Die Zahl ist gewaltig: In der Schweiz stehen aktuell 3,17 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Das entspricht etwa 40-mal dem höchsten Roche-Hochhaus in Basel oder 79-mal dem Zürcher Prime Tower. Laut dem neuesten Marktbericht der Immobilienfirma CSL ist das Angebot innert eines Jahres um fast neun Prozent gestiegen. Und vieles deutet darauf hin, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist.
Der Trend begann mit dem Homeoffice. Seit der Pandemie brauchen viele Unternehmen weniger Platz, weil Mitarbeitende zumindest teilweise von zu Hause arbeiten. Doch nun kommt ein zweiter, womöglich noch stärkerer Treiber hinzu: Die Künstliche Intelligenz. Der US-Unternehmer Andrew Yang warnt davor, dass Firmen dank KI in grossem Stil Bürostellen abbauen könnten. Er rechnet damit, dass in den nächsten Jahren 20 bis 50 Prozent der Büroangestellten ihre Jobs verlieren. Leere Bürogebäude könnten zur neuen Normalität werden.
Die Folgen reichen über die Immobilienbranche hinaus. Wo weniger Menschen täglich zur Arbeit pendeln, fehlen Restaurants, Coiffeuren und Geschäften die Kunden. Ganze Geschäftsquartiere drohen auszutrocknen.
In der Schweiz zeigt sich das Problem vor allem in den Agglomerationen. Während zentrale Lagen in den Innenstädten weiterhin gefragt sind, haben periphere Standorte zunehmend Mühe, Mieter zu finden. Unternehmen bevorzugen kleinere, gut erschlossene Flächen statt grosse Büros am Stadtrand.
Viele Eigentümer reagieren inzwischen mit Umnutzungen. Büros werden zu Wohnungen umgebaut, doch solche Projekte sind teuer und technisch anspruchsvoll. Die Wohnungsnot lindern sie daher kaum.
Lokale Besonderheiten sind hier ersichtlich.