Blog

Mehr Neubauten, aber keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt

Immobilien
Foto von Samuel Regan-Asante auf Unsplash

In der Schweiz wird wieder mehr gebaut. Rund 52’000 neue Wohnungen wurden in den vergangenen zwölf Monaten bewilligt – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Doch wer nun auf sinkende Mieten oder eine grössere Auswahl hofft, dürfte enttäuscht werden. Denn der Bauboom kommt dort kaum an, wo Wohnraum besonders dringend gebraucht wird.

Vor allem in den Städten bleibt das Angebot knapp. Neue Projekte ersetzen häufig bestehende Gebäude, statt zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig fliesst viel Geld in Renovationen und energetische Sanierungen. Für Investoren sind Immobilien weiterhin attraktiv, während fehlendes Bauland und hohe Baukosten private Bauherren zunehmend bremsen.

Auffällig ist zudem, wo tatsächlich gebaut wird: In Regionen mit hoher Nachfrage und entsprechend hohen Preisen gehen die Baugesuche teilweise zurück. Investitionen verlagern sich dorthin, wo Baubewilligungen einfacher zu erhalten sind und weniger bürokratische Hürden bestehen. Das zeigt: Hohe Nachfrage allein reicht nicht, um neuen Wohnraum entstehen zu lassen.

Immerhin scheint sich der Rückgang der Leerwohnungen zu stabilisieren. Mit rund 48’000 leerstehenden Wohnungen bleibt die Leerwohnungsquote jedoch deutlich unter einem Niveau, das Experten als Zeichen für einen entspannten Markt betrachten.

Für Mieter wird die Situation dadurch nicht einfacher. Während bestehende Mietverhältnisse wegen des tieferen Referenzzinssatzes teilweise günstiger werden, steigen die Preise für neu ausgeschriebene Wohnungen weiter. Wer umzieht, muss also häufig deutlich mehr bezahlen als zuvor. Das führt dazu, dass viele Menschen lieber in ihrer bisherigen Wohnung bleiben – selbst wenn diese eigentlich nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation passt.

Und auch Wohneigentum bleibt teuer: Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen sind erneut gestiegen. Eine Immobilienblase sehen Experten dennoch nicht.

Mehr Hintergrundinformationen lesen Sie hier.

Passen Sie Ihre Cookie-Einstellungen an, indem Sie alle Cookies akzeptieren oder bestimmte Gruppen auswählen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit aktualisieren, indem Sie auf den Link in der Fusszeile klicken.